Über mich
Fünf Lernorte.
Eine Leidenschaft.
Mein Blick auf Sprache, Marke und Menschen ist nicht an einem einzigen Ort entstanden. Er hat sich über viele Jahre zusammengesetzt: aus Sprache und Geschichten, aus Redaktionen und Agenturen, aus Pressearbeit und Markenwelten, aus ziemlich unterschiedlichen Menschen und immer wieder aus der Frage, was eigentlich dafür sorgt, dass etwas bei uns ankommt.
Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich deshalb weniger einen klassischen Lebenslauf. Ich sehe fünf Lernorte. Und an jedem davon habe ich etwas mitgenommen, das heute in meinem Blick auf Personal Brand, Business Identity und Kommunikation steckt.
Angefangen hat es mit der Frage, was Worte eigentlich machen.
Seit ich denken kann, schreibe ich: Geschichten in gelben Leitz-Heftern, Briefe an Oma, Gedanken ins Tagebuch. Und ich habe immer gelesen. Viel. Manchmal fünf Bücher gleichzeitig und gern auch fünf Bücher im Reisegepäck.
Dass ich später Germanistik an der TU Braunschweig studiert und mich besonders in Sprachwissenschaft, Linguistik und Phonetik vertieft habe, war eigentlich nur die konsequente Fortsetzung davon.
Mich hat Sprache nie nur als schönes Ausdrucksmittel interessiert. Ich wollte wissen, wie sie funktioniert. Warum ein Satz einen bestimmten Rhythmus bekommt. Was ein einzelnes Wort verändern kann. Wie Bedeutung entsteht. Und vermutlich liegt genau hier einer der ersten Punkte auf einer Linie, die ich damals noch gar nicht sehen konnte.
Fundstück
Günter Grass, fünf Bücher und eine unterschriebene Masterarbeit.Grass war einer meiner Lieblingsautoren. Ihn persönlich zu treffen und später seine Unterschrift in meiner Abschlussarbeit zu haben, gehört bis heute zu diesen kleinen biografischen Fundstücken, die viel mehr erzählen als eine Zeile im Lebenslauf.
Was ich von hier mitgenommen habeSprache ist nie nur Verpackung. Sie verändert, wie wir etwas wahrnehmen und verstehen.
Dann habe ich gelernt, genauer hinzuhören.
Meine ersten beruflichen Stationen führten mich ins Radio, zur Zeitung und später in einen Schulbuchverlag. Auf den ersten Blick ziemlich unterschiedliche Welten. Rückblickend hatten sie für mich aber viel gemeinsam.
Im Radio und in der Redaktion ging es darum, Fragen zu stellen, zuzuhören und aus vielen Informationen die Geschichte herauszufiltern, die wirklich erzählt werden sollte. Im Verlag kam eine andere Form von Genauigkeit dazu. Texte redigieren, lektorieren, prüfen. So lange hinschauen, bis ein Satz wirklich trägt und bis auch das letzte Detail stimmt.
Ich mochte beides: das offene Gespräch und die Präzision danach.
Kleines Fundstück
Irgendwo steht mein Name bis heute in einem Schulbuch.Kein schlechter Ort für eine Germanistin. ;-)
Was ich von hier mitgenommen habeGute Kommunikation beginnt für mich nicht beim Sprechen. Sondern beim Zuhören und Verstehen.
Und irgendwann wurde Sprache plötzlich sehr öffentlich.
Dann kam Hamburg. Und mit Hamburg die PR.
In einer großen PR-Agentur in Hamburg habe ich Public Relations von Grund auf gelernt, vom Volontariat über Junior-Positionen bis zur Beratung. Pressearbeit, Themen, Geschichten, Unternehmen, Menschen, manchmal auch Situationen, in denen sehr genau überlegt werden musste, was wann wie gesagt wird. Später arbeitete ich in einer weiteren, kleineren PR-Agentur als Senior Consultant.
Dazwischen liegt allerdings ein Jahr, das auf dem Papier vielleicht weniger geradlinig aussieht. Und für mich gerade deshalb wichtig war.
Ich hatte meinen Job gekündigt, ohne schon den nächsten zu haben. Habe einen Hamburger Sommer genossen, freiberuflich redigiert und lektoriert, Pressearbeit am UKE und UCCH gemacht und Menschen aus anderen Ländern Deutsch und deutsche Kultur nähergebracht. Und ich weiß heute noch, wie sich diese Momente angefühlt haben, wenn jemand plötzlich etwas verstanden hat. Diese leuchtenden Augen.
Heute mag ich diesen kleinen Bruch in meiner Biografie besonders. Weil er mich daran erinnert, dass nicht jede Verbindung schon sichtbar sein muss, während wir sie gerade leben.
Bin so ehrlich gewachsen –
nicht besser oder weiter.
Tiefer.
Aus einem meiner Poetrys
Was ich von hier mitgenommen habeKommunikation entsteht nie im luftleeren Raum. Sie trifft auf Situationen, Erwartungen, Kultur, Beziehungen. Und auf Menschen, die ihre eigene Perspektive mitbringen.
Aus einzelnen Geschichten wurde irgendwann ein größeres Bild.
Danach begann ein Kapitel, das elf Jahre dauern sollte. Bei Sennheiser habe ich Kommunikation aus immer neuen Perspektiven kennengelernt: zunächst PR, Presse und Social Media, später Produktmarketing, Content und Content Marketing, Storytelling, Positionierung und Brand Identity.
Und genau das fand ich daran so spannend. Denn je näher ich an Marke herankam, desto weniger ging es für mich nur um einzelne Texte oder Kampagnen. Es ging um die Fragen davor:
Wer sind wir eigentlich? Was davon ist wirklich relevant? Wie wird daraus etwas, das Menschen verstehen und wiedererkennen können? Und wie schaffen wir es, dass nach außen nicht nur viele einzelne Dinge sichtbar werden, sondern ein Bild?
Vielleicht ist das der Punkt, an dem sich viele meiner vorherigen Lernorte miteinander verbunden haben. Die Liebe zur Sprache. Das Zuhören aus der Redaktion. Die Außenperspektive aus der PR. Und die Suche nach einer Substanz, aus der Kommunikation überhaupt erst entstehen kann.
Was ich von hier mitgenommen habeAußen kann nur dauerhaft klar werden, was innen verstanden ist.
Heute verbinde ich die Punkte.
Vielleicht ist das der Teil meiner Biografie, den ich am liebsten mag: dass ich rückblickend nichts davon wegstreichen möchte. Nicht die Sprachwissenschaft. Nicht das Schulbuch. Nicht die Agenturjahre. Nicht den Sommer ohne Job. Nicht elf Jahre Konzern. Und auch nicht all die Bücher, Interessen und Fragen, die in keinen Lebenslauf passen.
Ich nenne das gerne Connecting the Dots. Damit meine ich nicht, Wissen zu sammeln und nebeneinanderzulegen. Ich meine, das, was ich beruflich tue, mit dem zu verbinden, was ich selbst erlebt habe. Mit dem, was gut lief. Und mit dem, was erst einmal nicht gepasst hat und gelöst werden wollte: ein Sommer ohne Job. Eine Frage, die mir niemand abnehmen konnte. Elf Jahre in einem Konzern, in denen ich meinen eigenen Blick behalten musste.
Wenn man diese Punkte ehrlich miteinander verbindet, landet man irgendwann bei einer Frage, die größer ist als jeder Lebenslauf: Warum mache ich eigentlich genau das, was ich mache? Und im besten Fall: Warum liebe ich es? Und ganz nebenbei findet man dabei meistens auch das, was einen von allen anderen unterscheidet. Nicht, weil man es sich ausgedacht hat. Sondern weil man es gelebt hat.
Meine Antwort steht in den vier Lernorten davor. Weil ich wissen will, was Worte mit Menschen machen. Weil ich erlebt habe, wie viel Klarheit es braucht, bevor außen etwas stimmen kann. Und weil ich diese leuchtenden Augen nie vergessen habe.
Heute treffen diese Welten aufeinander: Sprache und Psychologie. Identität und Ausdruck. Personal Brand und Business Identity. Marke und Mensch. Wissen und Intuition. Und immer wieder die Frage, was eigentlich zwischen dem passiert, was wir ausdrücken, und dem Menschen, auf den es trifft.
Genau daraus ist mein heutiger Blick entstanden. Mich interessiert, wie Menschen aus ihrer Geschichte, Expertise, Haltung und Perspektive etwas formen können, das nach außen erkennbar wird. Nicht als künstlich konstruierte Personal Brand. Sondern als etwas, das wirklich mit ihnen verbunden ist. Denn eine starke Marke beginnt für mich nicht mit der Frage: Wie möchte ich wirken? Sondern mit: Was ist wirklich da?
Am Ende geht es für mich immer wieder um den Menschen.
Human Resonance
Der Gedanke, der vieles davon heute verbindet.
Human Resonance ist für mich der Raum zwischen Ausdruck und Wirkung. Zwischen dem, was wir sagen wollen, und dem, was bei einem anderen Menschen daraus entsteht. Zwischen Identität und Wahrnehmung. Zwischen Marke und Mensch.
Je länger ich mich mit Kommunikation beschäftige, desto weniger interessiert mich deshalb nur die Frage, ob etwas gut formuliert ist. Mich interessiert, ob etwas eine Bedeutung bekommt. Ob es glaubwürdig wirkt. Ob es hängen bleibt. Ob darin ein Mensch erkennbar wird.
Und genau deshalb ist Human Resonance für mich kein neues Etikett für Kommunikation. Sondern eine Perspektive darauf.
Ein kleiner Blick hinter die beruflichen Punkte
Und wer ist da, wenn der Laptop zuklappt?
Ich lebe mit meinem Mann, unserer Tochter und Piya, meinem Seelenhund, in einem alten Bauernhaus im Süden Hamburgs. Mit Holzbalken, Wasser vor der Tür und ziemlich viel Natur drumherum. Ein Haus am Meer war gefühlt auf jedem Vision Board, das ich je gemacht habe. Vieles von dem, was früher erst einmal nur ein Bild in meinem Kopf war, ist heute einfach da.
Ich liebe Bücher. Den Geruch, wenn man ein neues zum ersten Mal aufblättert. Das Gefühl, mehrere gleichzeitig angefangen zu haben und trotzdem noch eins mit in den Urlaub zu nehmen. Mein Morgen hat ein Ritual: Matcha, ein paar Minuten nur für mich, manchmal Meditation, bevor der Tag richtig anfängt. Ich mag Routinen, weil sie mir Ruhe geben. Und ich liebe es, sie zu brechen: spontan losfahren, irgendwo ankommen, wo ich noch nie war, ein bisschen Abenteuer.
Ich esse vegetarisch beziehungsweise vegan und habe eine ziemlich große Schwäche für richtig gutes Frühstück. Ich liebe den Norden und das Meer, Sonne und Natur, und Gespräche, bei denen man irgendwann merkt, dass aus einer Frage gerade fünf neue geworden sind. Ich schreibe Poetry. Persönliche Entwicklung begleitet mich schon lange. Und Wasser ist für mich einer dieser Orte, an denen Gedanken wieder ein bisschen weiter werden.
Das alles bin auch ich. Facettenreich, manchmal widersprüchlich, nie nur eine Rolle. Ich glaube nicht an eine berufliche und eine private Version von mir. Und ehrlich gesagt gehört das alles auch zu meiner Arbeit. Weil ich nun mal nicht nur aus Stationen bestehe, sondern aus Momenten, Menschen und Orten, die mich geprägt haben. Und weil genau das mitschwingt, wenn ich schreibe. Am anderen Ende ist immer ein Mensch. Und in diesem Fall bin ich das, mit allem, was dazugehört.
„Mein Zuhause ist,
wo Wellen sind."
– Lisa Sofie Zelgin –
Herzensprojekt
Und dann wäre da noch das Frühstück.
Gemeinsam mit meinem Mann habe ich breakfastbowls.de ins Leben gerufen. Ein kleines Herzensprojekt rund um Frühstücksbowls, entstanden aus etwas, das wir selbst mögen, essen und gerne teilen.
Vielleicht passt es gerade deshalb ziemlich gut hierher. Denn nicht alles, was wir erschaffen, muss in dieselbe berufliche Schublade passen, um etwas über uns zu erzählen.
Woran ich glaube
„Wir können unsere gesamte äußere Welt transformieren, wenn wir beginnen, unsere innere Welt zu verändern."
Das gilt für uns als Menschen. Und es gilt ganz genauso für Marken und Teams.
Vielleicht sind Biografien genau das: Punkte, deren Verbindung wir manchmal erst später sehen und verstehen.
Meine fünf Lernorte hätten sich früher vermutlich nicht alle in eine saubere Überschrift pressen lassen. Heute weiß ich, was sie verbindet: die Faszination für Sprache, die Freude am Verstehen und die Frage, wie etwas, das innen da ist, außen eine Form bekommt und bei einem anderen Menschen etwas auslösen kann.
Wenn du weiter in meine Gedankenwelt eintauchen möchtest, findest du im Blog und Podcast noch ziemlich viele dieser Verbindungen.